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Mount St.Elias

Produzentenstatement


Der Mensch neigt bisweilen zu „grenzenlosem“ Optimismus – einer milden Form von Größenwahn. Aber ohne diese psychische Grundstruktur wären viele Errungenschaften, Entdeckungen und Abenteuer nicht möglich und viele Enttäuschungen unüberwindbar gewesen.

Erst 2018 plant die NASA wieder eine Mondlandung. Wohin also mit unserem genetisch angeborenen Pionier- und Entdeckerdrang? Es liegt wohl in der Wurzel der Menschheit, sich nach Abenteuern und Bestätigungen in unbekannten Räumen zu sehnen, wenngleich oft unter Einsatz des eigenen Lebens. Keine digitalen Scheinwelten, sondern echtes Erleben steht dabei im Vordergrund. Dokumentationen mit hohem Wahrheitsgehalt und Unterhaltungsfaktor bestimmen diesen Trend und werden von einem globalen Publikum sehr dankbar angenommen. Die Welt braucht Menschen, die Risiken auf sich nehmen. Sie inspirieren, fordern heraus und machen Mut. Makaberer Weise zählt es mehr, lebend auf einen Berg rauf und wieder runter zu kommen, wenn dort vorher schon Leute gestorben sind. Wenn das Bergabenteuer sicher wäre, würde es nicht denselben Reiz bieten.

Mount St. Elias ist so ein Film. Einer der zeigt, dass der Mensch nicht nur daran gefesselt ist, nach Nahrung zu wühlen, nicht nur an familiäre und soziale Verantwortung gebunden ist, sondern dass es Zustände des Verstandes und des Geistes gibt, die manche Menschen in bestimmten Situationen die Herausforderung bieten, nach der sie Zeit ihres Lebens suchten.

Ein Thema, das die weniger Wagemutigen in seinen Bann zieht. Tausende Bücher wurden bisher darüber geschrieben, doch nur wenige Filme darüber produziert, wenig gute. Mount St. Elias versteht sich im Genre Bergdrama als direkter Nachfolger Film zu Touching the Void (Sturz ins Leere) von Joe Simpson). Gleichzeitig ist es aber auch ein Film über die moderne Art von Bergerlebnis, das nicht unbedingt nur den Gipfel als Ziel definiert. Es geht um die Intensität des Erlebnisses. Ähnlich wie im Film Riding Giants, in dem Riesenwellen und die Natur das Maß sind, an dem es sich zu messen gilt. In Mount St. Elias ist es ein Berg, der den Maßstab der menschlichen Leistungsfähigkeit definiert.

Das Unternehmen “Die längste Skiabfahrt auf diesem Planeten“ ist nicht nur eine sportliche, sondern auch topografische Sensation. Vom Gipfel des Mount St. Elias (5.489m) bis an den Golf von Alaska (0.0m) ist diese relative Höhe zugleich auch die absolute.

So wie es nur einmal möglich war als Erster auf dem Mt. Everest zu stehen oder den Mond zu betreten, ist nur einmal möglich als erstes Team von der Spitze dieses ausgesetzten Berges bis ans Meer per Ski abzufahren.

Dieses Faktum ist natürlich eine extreme Aufwertung des Marktpotentials von Mount St. Elias. Wobei aus dramaturgischer Sicht auch das mögliche und vor allem das tatsächliche Scheitern mit ungewissem Ausgang – es gibt keine Garantie über den erfolgreichen Abschluss eines solchen Unternehmens – dieses Abenteuer in seiner dramatischen Kraft verstärkt. Ein Film in dem klar wird, dass erst das Ausschalten und das willensgesteuerte Überwinden der Ratio Menschen zu Helden machen.

Unser Produktionsteam war mehr als gefordert alles live zu filmen und keine Chance zu haben, auch nur eine einzige Situation wiederholen zu können. Die Charaktere entwickelten im Laufe der Expedition eine „Absolutheit“ und Ehrlichkeit, die nur in Extremsituationen zu Tage kommt. Aber auch nur deshalb und dank der Hilfe von Mutter Natur bin ich in der Lage mit großer essayistischer Nähe eine packende und authentische Geschichte zu erzählen. Es ist für mich die Dokumentation einer Geschichte dessen reale Verfilmung der Handlung, aufgenommen im „Hier und Jetzt“, dem klassischen Spielfilm mehr als nur Konkurrenz bietet.